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News & opinion

5 JUN 2019

Zukunftsprognose für Deutschland fällt unbefriedigend aus

Rückblick auf den World Built Environment Forum Summit 2019 von Andreas Taufenbach MRICS, Geschäftsführer, TWA Architektur- und Projekt GmbH, München

500 Konferenzteilnehmer aus 20 Staaten aus 5 Kontinenten: Der diesjährige Gipfel des World Built Environment Forums in New York war dem Anlass entsprechend global aufgestellt. Die offene, konstruktive Gesprächskultur und die Kompetenz der Mitwirkenden hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Infrastruktur im Fokus

Parag Khanna, Managing Partner von FutureMap, richtete in seiner Eröffnungs-Keynote den Blick in die Zukunft. Anhand der historischen Entwicklung von Nationalstaaten zu geopolitisch relevanten Regionen hin zu weltweiten vernetzten funktionalen Wirtschafts- und Verkehrsverbindungen benannte er aktuelle Infrastrukturprojekte. Beispiele sind die Neue Seidenstraße in China und die Hochgeschwindigkeitszugstrecken in Ostafrika.

Sich auf demografische Prognosen bis 2050 berufend, beschrieb Khanna, wie sich künftige Wirtschaftsschwerpunkte entwickeln werden. Gewinner sind die Regionen, die in Infrastrukturmaßnahmen investieren.

Am zweiten Konferenztag beschwor der ehemalige republikanische Senator Jeff Flakes die Aussicht auf ein neues amerikanisches Jahrhundert unter der Prämisse von Demokratie, Freiheit und Verlässlichkeit. Dass diese Werte derzeit nicht die Maxime politischen Handelns der US-Führung bilden, war Common Sense.

Offenlegung von Klimarisiken

Der reale Klimawandel wirkt sich auch auf die Wertentwicklung von Immobilien und auf die zukünftige Siedlungspolitik aus. Die von  Panel-Teilnehmern vorgestellten Beispiele aus deren Tagesgeschäft erinnerten allerdings an die berühmten drei Affen: Von „wird schon nicht so schlimm“ über die „gute Versicherung“ bis zum „wirtschaftlichen Misserfolg bei Verpreisung der Risiken“ wurden die bekannten Verdrängungsmechanismen aufgerufen. Direktabstimmungen im Auditorium zeigten hingegen einen deutlich risikobewussteren, aufgeschlosseneren Kenntnisstand.

Andreas Taufenbach
Andreas Taufenbach

Looking back on the 2019 Summit...

After two days of cutting edge discussions from some of the world's leading thinkers in the built environment, the Summit of the World Built Environment Forum 2019 in New York is brought to a close as we look forward to driving the conversation forward in 2020...

Don't miss your chance to be at the Summit in China, 2020

Neue Arbeitswelten

In Mitteleuropa stellen Home Office und Co-Working-Spaces derzeit noch das Maximum alternativer Arbeitswelten dar. Andernorts sind bereits Campus-Lösungen erkennbar, die Arbeit und Privatleben vernetzen oder branchenfremde Dienstleistungen einbetten. Eine intensive Diskussion entspann sich um die Frage, wie Unternehmen, Teams und Mitarbeiter angesichts räumlich getrennter und stark individualisierter Arbeitsstrukturen Bindungen aufrechterhalten.

Urbane Perspektiven

Ein Großteil der Menschheit lebt künftig in Städten. Bis zu 50 Megacities (10 Mio. und mehr Einwohner) werden prognostiziert. Die ULI-Studie „Resilienz von Städten“ untersuchte 100 Metropolen. Neben Erfolgsfaktoren, Infrastruktur, Kommunikation und Energie wurden auch ingenieurtechnische Problemlösungen abgefragt. Die Lektüre sei jeder Stadtverwaltung empfohlen. 

CRE goes digital

Datenbanktechnologien wurden als wegweisend für Entwicklung und Transformation von Corporate Real Estate (CRE) präsentiert. Standardisierte Prozesse sollen Kosten einsparen und Transparenz in Bezug auf die Einhaltung ethischer Richtlinien schaffen. Das ist sicherlich ein Fortschritt in Ländern, die Besitzverhältnisse und Grundrecht nicht immer standardisiert regeln können. Unabhängig vom Werkzeug sind jedoch Datenqualität und Konsistenz das maßgebliche Erfolgsmoment.

Verantwortliches Investieren

Im Rahmen eines Panels mit CRE Professionals stellte Martin J. Brühl FRICS, Chief Investment Officer bei Union Investment Real Estate, den Abstimmungsprozess von Investitionsentscheidungen unter Risikobetrachtungen vor. Neben klassischen Fragen zum Cash Flow, Erstellungsrisiken und Drittverwendbarkeit werden Standortrisiken, die aus dem Klimawandel resultieren, immer relevanter.

Was bleibt

Die Themen sind bekannt. Spannend im Rahmen eines internationalen Forums ist, wie die komplexen Fragestellungen und Herausforderungen an anderen Standorten bewertet und bearbeitet werden. Im Vergleich dazu fällt die Zukunftsprognose für Deutschland unbefriedigend aus. Weder sind klare Investmententscheidungen zur Infrastruktur noch ein Veränderungswille in starren administrativen Strukturen erkennbar. 

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The World Built Environment Forum Summit 2020

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