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Press release

26 APR 2018

Intelligente Regionen gewinnen

RICS-Focus diskutiert mit UNESCO und Teilnehmern über Erfolgskonzepte von Städten und Regionen – Immobilienwirtschaft schafft smarte Begegnungsräume

Frankfurt am Main, 26. April 2018 – „Was macht eine Region intelligent?“ Nach einer thematischen Einführung durch Tanja Zeller MRICS, Vorstandsmitglied der RICS Deutschland, wurde diese Frage für Städte und den ländlichen Raum auf dem diesjährigen RICS-Focus in Berlin diskutiert. Unter dem Titel „Smart Cities, Smartes Land – Potenziale erkennen, Chancen nutzen, Innovationen wagen“, standen auf der Veranstaltung mit mehr als 250 Teilnehmern aus den führenden Immobilienunternehmen und Kommunen in Deutschland das Verhältnis Stadt und Land und seine Bewohner im Mittelpunkt.

„Die Frage, was Regionen intelligent macht, verbindet die UNESCO und die RICS“, sagte die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold in ihrer Rede zum Auftakt der Konferenz. Sie zeigte auf, dass die beschleunigte Entwicklung in den Städten vielfach als bedrohlich aufgefasst werde. „Die Diskrepanz wächst zwischen der Schnelligkeit außen und dem Beharrungsvermögen innen. Ohne das Bewusstsein für die Identität, wo wir herkommen, können wir nicht wissen, wo es hingehen soll.“ Das treffe in gleichem Maß für die Entwicklung von Städten und Regionen wie auf deren Bewohner zu, so die Präsidentin der UNESCO Deutschland weiter. 

Für smarte und digitale Anwendungen sind Städte prädestiniert. Das haben die verschiedenen Vorträge während der Konferenz gezeigt, die sich mit der Entwicklung von digitalen Applikationen und Geschäftsmodellen befassen. Dabei ist die Mobilität neben der Gebäudetechnik bei der Entwicklung von nutzenbringenden Modellen am weitesten fortgeschritten. Vor allem im öffentlichen Personennahverkehr werden durch selbstfahrende Kleinbusse oder Verkehr-on-demand, also der Möglichkeit eine Beförderung zu rufen anstatt sich an einen festen Fahrplan zu halten, ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Das hat der Vortrag von Dr. Jürgen Peters, Geschäftsführer der KP MobileShare GmbH gezeigt, die einen 365 Tage-Probebetrieb mit einem selbstfahrenden Bus aus dem EUREF-Campus in Berlin durchgeführt hat und aktuell auswertet. Sein Credo lautet: „Werden diese Modelle heute in der Stadt getestet, wird auch der ländliche Raum von diesen Entwicklungen morgen stark profitieren.“ 

Da die Teilnehmer des RICS-Focus aus den führenden Branchenunternehmen Deutschlands kommen, galt ihr Interesse im Besonderen den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Immobilien. Deshalb wurden smarte Anwendungen vor allem vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet. Dabei zeigte es sich, dass es wichtig ist, die Menschen in die Entwicklung einzubeziehen. Warum soll eine intelligente Haustechnik eingebaut werden, wenn die Bewohner an der Bedienung scheitern oder in alte Muster beim Heizen und Lüften zurückfallen?

„Wir müssen in die Denkprozesse bei der Entwicklung von Smart Cities und Smarten Regionen einbezogen werden, sonst droht auch hier eine Entfremdung“, merkte Prof. Dr. Metze-Mangold dazu kritisch an. Die Digitalisierung sei sicherlich der Treiber vieler Entwicklungen, aber die Kultur bilde die Basis, auf der diese Anwendungen entstehen könnten. Mit der Kultur würden sich die Menschen identifizieren. „Die Immobilienwirtschaft gestaltet die heutige Diskussion über die Kultur erheblich mit, indem sie die Begegnungsräume schafft, die so wichtig und erforderlich sind für den Austausch der Menschen. Das sind auch Begegnungsräume mit dem Fremden“, so die Präsidentin der UNESCO Kommission Deutschland. 

Zu der Diskussion über Smart Cities und Smartes Land gehört deshalb auch die kritische Betrachtung der Entwicklung und das Zugehen auf die Menschen, die sich in den Städten und Regionen aufhalten und diese lebenswert machen. Das haben auch die Vorträge von Joachim Scheres, geschäftsführender Gesellschafter der Albert Speer + Partner GmbH, und von Dr. Manfred Kupka, Managing Director, BRICS Real Estate Advisors sowie Dr. Georg Allendorf, Head Real Estate RREEF Management GmbH gezeigt, in denen es um die Entwicklung der weltweiten Megastädte ging. Bei aller Anerkennung für die Bedürfnisse der beschleunigten Stadtentwicklung in Indien, China oder Südkorea, laufen die dort sehr schnell wachsenden Städte Gefahr, zu seelenlosen Strukturen zu werden, wenn die Bedürfnisse der Menschen nicht berücksichtigt werden. 

Wie diesen Bedürfnissen Rechnung getragen wird, nämlich auch durch intelligente Planung, haben Alanus von Radecki, Leiter Urban Governance Innovation der Fraunhofer IAO, Wolfgang Grubwinkler, Erster Bürgermeister der Stadt Eggenfelden und Roland Stöcklin, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Main GmbH aufgezeigt.

Stadtplanung ist langfristig angelegt und muss smarte Konzepte so berücksichtigen, dass die geplanten Strukturen und Quartiere in mehreren Jahren bei Fertigstellung den Anforderungen der Bewohner dienen. Nicht immer passt die technische Ausrüstung der Ämter zu den Anforderungen, die Smart Cities und Smart Regionen schon heute umsetzen können. 

Ohne digitale Netze ist die Entwicklung von Smart Cities und Smart Regionen allerdings nicht möglich. Das hat der diesjährige RICS-Focus gezeigt. In dem 8-Punkte-Plan der RICS zur Stärkung des ländlichen Raums wird dies deutlich aufgezeigt. Dass die Lebenszufriedenheit der Bewohner ein ganz starker Investitionsanreiz sein kann, betonte Prof. Dr. Kerry Brauer, stellvertretende Präsidentin der Berufsakademie Sachen in ihrem Vortrag. Ursula Hartenberger, Head of Global Sustainability der RICS, hat diesen Gedanken vertieft und erläuterte verschiedene Beispiele aus europäischen Ländern, in denen smarte Konzepte in verschiedenen Regionen umgesetzt worden sind. Damit sei der Grundgedanken der RICS und der UNESCO aufgegriffen: Ohne den Menschen ist die Entwicklung von Städten und Regionen nicht möglich. Dass vor allem die Städte heute smart gedacht werden, sollte für die Regionen ein Anreiz  sein, sich ebenfalls intelligent aufzustellen und den Wettbewerb um Attraktivität anzunehmen. Am Ende gehen die Menschen dahin, wo sie die Wohn- und Begegnungsräume finden, in denen sie sich wohlfühlen. Wenn diese smart ausgestattet und intelligent umgesetzt sind, profitieren alle Seiten davon. 

Den Menschen in die Entwicklung von Smart Cities und Smarten Regionen einzubeziehen, aber auch die Umsetzung von smarten Konzepten auf allen Ebenen zu fördern, ist somit die zentrale Botschaft des RICS-Focus 2018.

Weitere Informationen zum RICS 8-Punkte-Plan: „Ländlichen Raum stärken – Metropolregionen entlasten“

Über die RICS:

Die RICS wurde 1868 in Großbritannien gegründet und erhielt 1881 die königliche Charter. Heute ist sie eine weltweit tätige Berufsorganisation, die 125.000 Immobilienexperten rund um den Globus repräsentiert. Die RICS steht für die professionelle Berufsausübung in sämtlichen Bereichen der Immobilienwirtschaft, über alle Nutzungsarten hinweg. Sie regelt und fördert den Berufsstand auf der Grundlage hoher fachlicher Standards und einer strengen Berufsethik. Die RICS in Deutschland, 1994 in Frankfurt am Main gegründet, nimmt eine führende Position in Kontinentaleuropa ein. Viele herausragende, engagierte Persönlichkeiten der hiesigen Immobilienwirtschaft zählen zu ihren rund 1.700 Mitgliedern. Mit einer Strategie, die die Stärken einer international renommierten Organisation in Einklang mit lokalen Markterfordernissen bringt, bildet der deutsche Nationalverband die Speerspitze des dynamischen Wachstums in der Region. 

Ansprechpartner: 

Judith Gabler 

Director of Operations, Europe 

Regional Manager, DACH 

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