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Press release

8 FEB 2018

RICS 8-Punkte-Plan: Ländlichen Raum stärken – Metropolregionen entlasten

Einzelne Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums reichen nicht aus. Maßnahmenbündel mit ganzheitlicher Betrachtung und nachhaltigen Lösungsansätzen sind notwendig.

Frankfurt am Main, 2. Februar 2018 – Die RICS Deutschland hat einen 8-Punkte-Plan zum Thema „Ländlichen Raum stärken – Metropolregionen entlasten“ aufgestellt und wendet sich damit an die Politik sowie andere Stakeholder.

"Aufgrund der zunehmenden Urbanisierung ist das Thema Stadtentwicklung in jüngster Vergangenheit stark vorangetrieben worden. Das Land wurde dagegen (nahezu) vergessen. Dabei hat der ländliche Raum viel Potenzial und sollte daher gestärkt werden. Stadt und Land sind nicht nur gleichwertig in ihrer Bedeutung für Staat und Gesellschaft. Sie können sich gegenseitig unterstützen.Notwendig ist die Umsetzung eines Maßnahmenbündels. Nur einzelne Aktionen vermögen den ländlichen Raum nicht zu stärken. Basis unseres 8-Punkte-Plans ist daher eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik. Er beinhaltet nachhaltige Lösungsansätze, bei denen verschiedene Politikfelder betroffen sind. Zudem besteht der Bedarf, dass Bund, Länder und Gemeinden in ihren Verantwortungsbereichen tätig werden müssen. Einige Vorschläge zielen auf geänderte Rechtsrahmen, andere sind direkt haushaltswirksam. Alle sind gesamtgesellschaftlich von hoher Bedeutung." Martin Eberhardt FRICS, Vorstandsvorsitzender der RICS Deutschland

RICS 8-Punkte-Plan im Überblick:

  1. Grundlagen bereitstellen: Breitbandversorgung und Mobilfunk ausbauen
  2. Ländliche Räume erhalten: Wichtige Infrastrukturen sichern
  3. Aufenthalts- und Lebensqualität steigern: Ortskerne revitalisieren und Zentren stärken
  4. Identität durch Immobilien stiften: Gesicht zeigen und regionalen Charakter bewahren
  5. Baunutzungsverordnung umsetzen: Aktive Immobilien- und Bodenpolitik betreiben
  6. Neue Immobilienformen entwickeln: Generationenwohnen, Dorfladen 2.0 oder Co-Working im Landgasthof ermöglichen
  7. Homeoffice nutzen: Moderne Arbeitsmethoden fördern
  8. Steuerliche und finanzielle Möglichkeiten etablieren: Anreize für Ortskernrevitalisierungen schaffen
"Die RICS versteht sich seit ihrer Gründung vor genau 150 Jahren als Politikberater, da die zentrale Basis für uns das Handeln im öffentlichen Interesse ist. Deswegen bringen wir in die Diskussion unsere Kompetenzfelder Digitalisierung, Infrastrukturen, Urbanisierung und Landflucht, demographischer Wandel, bezahlbarer Wohnraum, Wertentwicklung (Bewertung) von Immobilien, Entwicklung von neuen, angebotsgerechten Immobilienformen sowie Bauen und Baurecht ein" so Eberhardt
Während in vielen ländlichen Gegenden Wohnungen, Einzelhandels- und Produktionsflächen zunehmend leer stehen, fehlt es in den städtischen Boom-Regionen an ausreichenden Flächen und insbesondere bezahlbarem Wohnraum. Öffentliche Gebäude wie Schulen oder Krankenhäuser werden auf dem Land geschlossen, sind aber an anderer Stelle, mit sonst anderweitig einsetzbaren Steuergeldern neu zu errichten.

Ziel der RICS Positionen ist es daher, Ideen aufzuzeigen, die den Zuzug in die Großstädte und in deren enge Verflechtungsgürtel (Vororte) abbremsen können, um die negativen Effekte der Landflucht zu mindern.

"Mit dieser Initiative sollen Städte nicht geschwächt werden. Im Gegenteil – die RICS berät Kommunen und Regierungen weltweit beim Thema Smart City. Und auch unsere Jahreskonferenz, der RICS-Focus, wird zu dem Thema ´Smart Cities, Smart Villages - Potenziale erkennen, Innovationen wagen, Chancen ergreifen´ am 19. April in Berlin stattfinden. Es besteht also das Ziel, die Attraktivität der ländlichen Regionen zu erhalten oder wiederherzustellen. Zukunftsfähige Lösungsansätze können die Attraktivität der Großstädte stärken, indem sie überzogene Konzentration und Verdichtung mindern und zugleich die Vorteile des ländlichen Raums hervorheben. Dabei sind verschiedene Politikfelder zu vernetzen. Es gilt einen umfassenden, ganzheitlichen Ansatz zu finden, wie sie die RICS-Kompetenzfelder beschreiben." so Eberhardt abschließend