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Press release

18 JUN 2018

EU sollte der Digitalisierung des Bausektors höchste Priorität einräumen

Frankfurt am Main, 18. Juni 2018 – In einem gemeinsamen Manifest, das sich an politische Entscheidungsträger in der EU richtet, haben sich die RICS und andere Branchenvertreter wie beispielsweise Projektentwickler, Subunternehmer, Produktentwickler und Immobilienexperten zu einer engen Zusammenarbeit bei der Digitalisierung der europäischen Baubranche mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung zum Wohle der EU und ihrer Bürger verpflichtet.

Innerhalb der Branche hat man sich darauf geeinigt, dass der digitale Wandel im Rahmen der EU-Initiative für die Digitalisierung der europäischen Industrie („Digitising European Industry”) gefördert werden sollte. Ziel der im April 2016 gestarteten Initiative ist, dass alle Unternehmen innerhalb der EU, unabhängig von Branche, Standort und Größe, in vollem Umfang von der Digitalisierung profitieren können. Die EU-Institutionen sollten ihrerseits durch eine dynamische Forschungs- und Entwicklungspolitik (F&E) zur Vernetzung von IT, Universitäten, Architekten, Ingenieuren und der Baubranche und damit zur Entwicklung marktorientierter F&E-Initiativen beitragen.  

"Die Bedeutung des Bausektors zeigt sich nicht nur an dessen Größe mit einem Anteil von 8,9 Prozent am gesamteuropäischen BIP und ca. 6,4 Prozent an der Gesamtbeschäftigung (29,3 Prozent der Industriearbeitsplätze in der EU), sondern auch an seiner Fähigkeit, sich den wichtigsten Herausforderungen zu stellen. Dazu gehören u.a. die digitale Wirtschaft, Energieeffizienz, die Kreislaufwirtschaft, der Klimawandel, demografische Veränderungen, Gesundheit und Sicherheit, Bildung und neue Datenschutzvorschriften.Die Bauindustrie nimmt eine entscheidende Position an der Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Branchen innerhalb der Wertschöpfungskette ein: Produkt- und Maschinenfertigung, Fachdienstleistungen, Infrastruktur, Immobilien und Wohnungsbau. Im Zuge der Digitalisierung des Bausektors bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. Eine zielorientierte Unterstützung durch die Europäische Union auf politischer, aufsichtsrechtlicher und finanzieller Ebene ist notwendig, damit die europäische Bauindustrie in vollem Umfang vom digitalen Wandel profitieren kann." Zsolt Toth, RICS External Affairs und EU Policy Manager
Nach Überzeugung der Unterzeichner des Manifests sollten digitale Kompetenzen, F&E sowie der Ausbau der IT-Infrastruktur den Schwerpunkt des aktuellen mehrjährigen Finanzrahmens (Multiannual Financial Framework MFF) 2020-2027 der EU bilden. Der Zugang zu Finanzmitteln und die Bereitstellung von finanzieller Unterstützung sind entscheidend für die Beschleunigung des Digitalisierungsprozesses und zur Abfederung der anfänglich geringen Investitionsrenditen.

Auch im Bereich des Datenschutzes sorgt die Digitalisierung für einen grundlegenden Wandel, der Änderungen beim klassischen Datenmanagement notwendig macht. Aus diesem Grund fordern die Unterzeichner des Manifests die Schaffung geeigneter regulatorischer Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Qualität und Verwaltung von Daten, zur Lösung von Problemen in den Bereichen geistiges Eigentumsrecht und Netzsicherheit, zur Klärung der Eigentumsrechte an digitalen Daten und der entsprechenden Haftungspflichten sowie zur Vermeidung von Monopolmissbrauch bei der Datenverarbeitung in der Immobilienbranche. Standards, u.a. für die Datennutzung, Interoperabilität und BIM (Building Information Modelling), können zur Förderung neuer Technologien beitragen, müssen aber frei zugänglich, neutral und gemeinnützig sein. 

Die RICS empfiehlt dringend die Einführung internationaler Standards und treibt diese Entwicklung im Rahmen einer „Thought Leadership”-Initiative in vielen Bereichen voran. Zudem entwickelt sie in Zusammenarbeit mit ihren Partnern zurzeit Standards für Netzsicherheit und Datennutzung, um die Anwendung von BIM durchzusetzen und die Digitalisierung in der gesamten Baubranche weiter voranzutreiben.

Hinweise:

 

Über die RICS: 

Die RICS wurde 1868 in Großbritannien gegründet und erhielt 1881 die königliche Charter. Heute ist sie eine weltweit tätige Berufsorganisation, die 125.000 Immobilienexperten rund um den Globus repräsentiert. Die RICS steht für die professionelle Berufsausübung in sämtlichen Bereichen der Immobilienwirtschaft, über alle Nutzungsarten hinweg. Sie regelt und fördert den Berufsstand auf der Grundlage hoher fachlicher Standards und einer strengen Berufsethik. Die RICS in Deutschland, 1994 in Frankfurt am Main gegründet, nimmt eine führende Position in Kontinentaleuropa ein. Viele herausragende, engagierte Persönlichkeiten der hiesigen Immobilienwirtschaft zählen zu ihren rund 1.700 Mitgliedern. Mit einer Strategie, die die Stärken einer international renommierten Organisation in Einklang mit lokalen Markterfordernissen bringt, bildet der deutsche Nationalverband die Speerspitze des dynamischen Wachstums in der Region. 

Ansprechpartner: 

Judith Gabler 
Director of Operations, Europe 
Regional Manager, DACH 
T +49 69 65 00 75-13 
F +49 69 65 00 75-19 
E jgabler@rics.org 

Martina Rozok 
ROZOK GmbH 
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